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Würzburger Messerangriff: Somalier laut Gutachten schuldunfähig

Vor fast vier Monaten sind bei einem Messerangriff in Würzburg drei Frauen getötet worden. War der Tatverdächtige, ein 32-jähriger Somalier, zu dem Zeitpunkt schuldfähig oder nicht? Nein, sagen zwei Sachverständige, deren Gutachten jetzt vorliegen.

Der Würzburger Messerstecher war bei seiner Attacke auf Passanten Ende Juni nach psychiatrischer Einschätzung schuldunfähig. Die beiden im Ermittlungsverfahren beauftragten Sachverständigen kämen unabhängig voneinander jeweils zu diesem Ergebnis, teilten das Bayerische Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft München mit.
Vorläufige Begutachtung bestätigt

Das Amtsgericht Würzburg hatte auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft München schon im Juli 2021 die einstweilige Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. Bereits eine vorläufige psychiatrische Begutachtung war zu dem Ergebnis gekommen, dass der Beschuldigte zur Tatzeit möglicherweise schuldunfähig war.

Die Einschätzung der Gutachter bedeute aber nicht, dass seitens der ermittelnden Stellen Zweifel an der Täterschaft des Beschuldigten bestehe, heißt es in der Pressemitteilung von Landeskriminalamt und Generalstaatsanwaltschaft.
Somalier äußerte sich zum Messerangriff

Der Somalier befindet sich weiterhin in einer psychiatrischen Einrichtung. Dort wurde er am 30. September 2021 durch die Generalstaatsanwaltschaft München und die Soko Main im Beisein seines Rechtsbeistandes und eines Dolmetscher vernommen.

Bei dieser Vernehmung zeigte sich der Mann laut seinem Rechtsbeistand bemüht, an der Aufklärung der Tat mitzuwirken. Der 32-jährige Somalier habe sich sehr dezidiert geäußert und auch Verantwortung übernommen. Außerdem habe er sein Bedauern zum Ausdruck gebracht.
Viel Arbeit für Sonderkommission

Die Sonderkommission bearbeitete bisher mehr als 450 Spuren. Hinweise auf Mitwisser oder Mittäter sowie auf einen extremistischen Hintergrund liegen den Ermittlern zufolge weiterhin nicht vor.

Aufgrund der weit fortgeschrittenen Ermittlungen und der Einschätzungen der Sachverständigen zur Frage der Schuldfähigkeit wird die Generalstaatsanwaltschaft München voraussichtlich bis Ende dieses Jahres die dauerhafte Unterbringung des Beschuldigten in einer geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses beantragen.

Am 25. Juni hat der Somalier in einem Kaufhaus am Würzburger Barbarossaplatz wahllos drei Frauen niedergestochen und getötet. Weitere Personen wurden verletzt. Nach seiner Festnahme blieben mehrere Versuche, den Somalier zu vernehmen, ergebnislos. Der 32-Jährige wurde in der Folge aus der Untersuchungshaft in die Psychiatrie verlegt.

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